von Mikkel 2 Wochen her

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Ein neuer Charakter betritt die Bühne!

 

Vorwort
Da ist endlich Kapitel 2. Die Grobfassung hatte ich schon vor Weihnachten geschrieben, allerdings hatte ich während der Feiertage nicht wirklich die Ruhe, mich nochmal dran zu setzen. Es ist beeindruckend, wie sehr sich die nun fertige Version von der ersten unterscheidet. Es gibt viele Sachen, die man nochmal umschreibt oder auch ganz streicht.
Vielen Dank für euer zahlreiches Feedback! Über 30 Kommentare, das freut mich wirklich. Wie schon gesagt schreibe ich das in meiner Freizeit und ist mehr ein Hobbyprojekt - denn so richtig "Ahnung" habe ich vom Schreiben nicht. Aber ich vermute, das gehört zu den Dingen, die man einfach machen muss. Und wenn man dann noch gleich ein Publikum hat, welches so zahlreich Feedback gibt, ist das ein echter Luxus.
Mein Plan ist, einen regelmäßigen Rhythmus zu finden. Dafür muss ich mich aber erstmal selbst besser kennenlernen. Bedeutet: Wie lange dauert es, bis ich im Alltag ein neues Kapitel geschrieben habe. Wenn ich das herausgefunden habe, lasse ich mich gerne auch auf eine verbindliche Aussage ein!
Und wie immer: Ich freue mich über weiteres Feedback. Rechtschreibfehler gerne auch in die Kommentare, aber auch Feedback zum "handwerklichen". Unter Kapitel 1 schrieb jemand, dass ich lebendiger erzählen sollte. Das habe ich nun schon versucht - dürfte aber noch ein langer Weg sein.
Vielen Dank für's Lesen und viel Spaß!



Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2

 

Kapitel 2

Es war ausschließlich Wut, die Nathan in diesem Moment antrieb. Es war die Wut auf dreizehn Jahre Versklavung - sein halbes Leben - die dafür sorgte, dass der Aufseher mit der rostigen Spitzhacke direkt zwischen den Augen getroffen wurde.
Noch vor wenigen Sekunden hatte der Aufseher mal wieder die Peitsche zum Schlag erhoben. Aber Nathan wollte nicht mehr erdulden und ertragen. Er war an einem Punkt angekommen, an dem der Tod wie das verdiente Ende eines kräftezehrenden Laufes wirkte. Man freute sich, es endlich geschafft zu haben.
Und so erging es allen 1253 Arbeitern in den Salzminen. Sie waren eigentlich verurteilte Mörder, Vergewaltiger und Diebe, die vom König an die Familie Felsenhammer zum Dienst in den Minen verkauft wurden. Zwei Schilling für Kinder, fünf für Erwachsene, ein halber für Kranke und Behinderte. Die Stollen der Mine waren tief, die Geldsäcke der Felsenhammer prall und so wurde alles gekauft, was eine Spitzhacke halten konnte. Langfinger, denen man zur Bestrafung eine Hand abgehackt hatte, fielen eindeutig nicht in diese Kategorie.
Nathan war wegen Diebstahls in den Minen, hatte aber immerhin das Glück, noch beide Hände an den Armen zu haben. Er wollte mit dreizehn Jahren einen Laib Brot auf dem örtlichen Markt klauen. Sein Vater war auf den südlichen Schlachtfeldern gestorben, seine Mutter lag im Sterben und seine kleinen Brüder wären gestorben, hätte er nicht zumindest einen Versuch unternommen.
Aber Nathan war nicht das, was man einen geschickten Jungen nannte. Sein Gang war zu grob, seine Bewegungen zu plump. Er hatte sich den Stand des Bäckers Sammit ausgesucht. Neben süßen und deftigen Pasteten führte er auch ein großes Angebot an verschiedenen Broten.
Nathan schwitzte am ganzen Leib wie ein Pferd, welches die Strecke von Schnittfurth nach Maggistran mit nur einem Tagesritt hinter sich gebracht hat. Seine Finger zitterten, sein ganzer Körper sträubte sich gegen den gefassten Plan. Dennoch wanderte seine Hand langsam zur Auslage mit dem Kürbisbrot.
Noch einmal durchatmen und dann musste alles ganz schnell gehen. Nathan griff sich eines der Brote, drehte sich auf der Stelle und lief direkt in die Arme der Marktwache.
Er wurde zu zwanzig Jahren verurteilt und hatte die Wahl zwischen den Salzminen oder den Schwarzen Kerkern in Maggistran. Und nach allem, was man über die Schwarzen Kerker hörte, klangen die Salzminen zumindest nach einer machbaren Aufgabe. Zwanzig Jahre, danach wäre er wieder frei. Das war, gelinde gesagt, naiv.
Die karge Verpflegung, die harte Arbeit bis zur Ohnmacht, die vielen Krankheiten und schlimmen hygienischen Zustände machten aus den Arbeitern der Salzmine Männer und Frauen, die jede Hoffnung aufgegeben hatten.
Und alles, was es brauchte, war ein Stein des Anstoßes, um dieses Pulverfass explodieren zu lassen. Nur war es in diesem Fall eine Spitzhacke und kein Stein, der die Lunte anzündete.
Auf Nathans Schlag mit der Spitzhacke in den Kopf des Vorarbeiters folgten vier Tage Kämpfe zwischen den Minenarbeitern und den Aufsehern. So eine Revolution war im ganzen Reich beispiellos, niemand war darauf vorbereitet oder hatte es nur in Erwägung gezogen. Man verstand sich darauf, den Willen der Gefangenen zu brechen und deswegen hatte niemand so eine Reaktion in Betracht gezogen.
Nach 96 Stunden waren noch 717 Sklaven und acht Aufseher am Leben, die ihre Waffen freiwillig abgaben und sich im Vorsteherquartier einsperren ließen. Nathan hatte die Minen befreit, auch wenn es nie seine Intention gewesen war. Er war zum Anführer einer Revolution geworden, zum Sprachrohr einer Armee. Zumindest, wenn man sie so nennen wollte, denn ihm war keine Armee bekannt, die in Lumpen gehüllt und mit Spitzhacken bewaffnet war.

Auch interessant

Kommentare  

#23 Lena 2017-01-09 19:35
Super Arbeit, macht viel Spaß zu lesen. Freue mich auf weitere Kapitel :)
Und ich mag deinen Schreibstil sehr gerne.
#22 Tom 2017-01-09 12:26
zitiere Jumpydoll:
Nur die Vergleiche, die du manchmal aufstellst, ergeben keinen Sinn, wenn wir z.B. die Entfernung zwischen den zwei Orten nicht kennen; oder die Bedingungen in der Maggistran.


Das ist ein kleiner Trick, den manche Autoren gerne mal dazu benutzen, den Leser mit der Welt etwas vertrauter zu machen. Man kann sich ja die Entfernung ungefähr vorstellen, wenn es kaum mit einem Tagesritt zu erreichen ist, oder die Bedingungen in den Schwarzen Kerkern, wenn er lieber 20 Jahre in den Salzminen verbringt. Der Leser bekommt das Gefühl, als würde er die Welt quasi schon kennen (zumindest ist das bei vielen der Fall).

Ach ja und hier selbstverständlich das obligatorische "Super Arbeit, Mikkel" :)
#21 Balthasar 2017-01-08 12:05
Aber mal ehrlich, man kann zwar den ganzen Text auch hier schon lesen, aber wenn das ganze fertig ist würde ich schon sehr gerne eine Buchfassung davon kaufen.
Sehr Sehr Geil!
#Mikkelmachts
#20 Yannick Martin 2017-01-08 00:10
Wieder einmal sehr stark lieber Mikkel :D
#19 Jumpydoll 2017-01-05 15:39
Gutes Kapitel. Ich mag, dass du in den Kapiteln immer andere Leute thematisierst, so wird die Geschichte breiter. :D Nur die Vergleiche, die du manchmal aufstellst, ergeben keinen Sinn, wenn wir z.B. die Entfernung zwischen den zwei Orten nicht kennen; oder die Bedingungen in der Maggistran.

Aber sonst war es wieder sehr schön zu lesen. :D
#18 Lucas 2017-01-05 12:17
Also ich muss sagen Respekt, dass macht voll Spaß zu lesen. Aber du solltest immer Abwechslungsreiche Anfänge nehmen und die Revolution der Minen Arbeiter hättest du auch noch mehr ausschműcken können. Sonst alles Top.
Schreib Tipp : Wäre cool wenn Jay, ähhh Nathan (wenn er jay ist) auf Christian in den Minen treffen wűrde. Der hätte irgendwas abgefackelt :lol: oder so, ist dadurch in den Minen gelandet und freundet sich mit Nathan und fűhren zusammen die Revolution an.
Achso, mach brammen bitte zum Bordel Fűhrer, indem Pietre des öfteren reingeht XD
Du kannst dich, Domi und Andi aber auch gerne mit einpringen und vor allen Dingen deinen Mops :-D (du zb König und dein Mops der gefűrchtete kamofhund)
Hardi gehört ja nicht mehr dazu aber er könnte ein Verräter des Königs sein.
So das wäre dann alle Tipps :-*

Fast vergessen zu sagen, das du dich am besten an keinen Termin fest legen solltest. Dadurch bekommst du nur Stress und die Storys werden nicht gut. Und dann beschwert sich die community wieder das es 5min zu spät kam! Tu dir das nicht an.
#17 Annie 2017-01-05 10:38
Mega interessante Story!
Aber so wie ich das verstanden habe, entsprechen die Charaktere jemandem aus Pietsmiet und die Person konnte ich hier leider nicht erkennen.Kann mir jemand helfen? :D
#16 Lukas 2017-01-04 23:26
Also als erstes: Diese Geschichte ist einfach awesome.
Ja am Schreibstil könnte man noch was ändern aber wenn ich dazu überhaupt was sage werde ich das nicht jetzt machen da es wie du siehst schon ein wenig spät ist.
Ich hoffe du schreibst weiter.

LG Lukas
#15 Felix 2017-01-04 17:51
Ach und sach mal schleunigst Brammen/Domi/ wer auch immer die Website macht, dass sie den Absatz vor und nach den Smileys rausmachen sollen :3 dat sieht ganz schön bescheuert aus und sollte (ich übernehme keine Haftung für die Aussage, so gut kenn ich mich nicht aus :D) nicht allzu schwer zu beheben sein.
#14 Felix 2017-01-04 17:40
Mein Tipp für heute: Ein bisschen mehr mit Satzanfängen und Satzstellung herumspielen: Statt fast immer Nathan als Subjekt zu nehmen, einfach mal den Schweiß (Mit Schweiß auf der Stirn, statt nochmal ER schwitze) oder den Bäckerstand nehmen (Der Stand des Bäckers sah sehr verführerisch aus, mit den unzähligen, knusprigen Kürbisbroten, die nur darauf warteten, gegessen zu werden . (oder so was in die Richtung :D)). Dazu noch ein wenig Passiv verwursteln und dann wird das ganze schön abwechselungsreich :3 (und dadurch automatisch auch lebendiger). Das es mir gut gefällt werde ich jetzt nicht jedes Kapitel erwähnen ok? :D

Sie müssen angemeldet sein um zu kommentieren.